Warum die Terrorattacke in London jetzt passiert ist

Man muss fragen, warum Terroristen wie diejenigen, die kürzlich in London und davor in Manchester zugeschlagen haben, ihre Attacken gerade jetzt durchgeführt haben. Es ist schwierig nicht anzunehmen, dass ihre Gewalt darauf gerichtet war, die Wahlen im Vereinigten Königreich am Donnerstag zu beeinflussen.

Von Jonathan Cook – Diejenigen, die hinter der Attacke stehen – seien es die, die sie ausgeführt haben oder die, die die Terroristen geschickt haben – wollen damit etwas erreichen. Terrorismus ist der Einsatz von rücksichtsloser Gewalt für politische Zwecke..

Was hoffen diese Terroristen zu erreichen? Auf der Grundlage früherer Erfahrungen werden sie annehmen, dass sie Furcht und Wut in der britischen Bevölkerung anheizen können, wenn sie jetzt zuschlagen – mit der Folge von Intensivierung antimuslimischer Rhetorik, Rechtfertigung schärferer „Sicherheits“maßnahmen seitens des britischen Staats und Verlagerung politischer Unterstützung hin zu der Rechten. Das ist gut für ihre Sache, weil es andere desillusionierte muslimische Jugendliche radikalisiert. Kurz gesagt, es bringt Rekruten.

In dieser Beziehung bildet der Islam keine Ausnahme. Das ist kein Problem, das mit einer besonderen Religion zusammenhängt. Experten haben wiederholt ausgeführt, dass desillusionierte, frustrierte, wütende (und hauptsächlich männliche) Jugendliche sich bestehende Ideologien aneignen, die für sie von Bedeutung sind, und dann nach den Teilen suchen, die so hingedreht werden können, dass sie ihre Gewalt rechtfertigen. Der gewalttätige Impuls existiert, und sie suchen eine Ideologie, um diesen zu rationalisieren.

Terroristen können auch säkulare Ideologien adaptieren, seien es weit rechts oder weit links stehende.

Die islamischen Terroristen unserer Zeit glauben an ein gewalttätiges Nullsummenspiel im Kampf der Zivilisationen. Das sollte weiter nicht überraschen, widerspiegelt ihre Ideologie doch die herrschende Ideologie – des Neokonservatismus – der westlichen außenpolitischen Eliten. Beide Seiten sind in einen erschreckenden Tanz des Todes verstrickt. Beide glauben, dass zwei „Zivilisationen“ existieren, die untereinander inkompatibel sind, dass diese einen Kampf um Leben und Tod führen und dass alle Maßnahmen gerechtfertigt sind, um den Sieg zu erringen, weil es bei dem Kampf um die Existenz geht. Wir benützen Drohnen und „humanitäre Intervention,“ um ihre Gesellschaften zu destabilisieren; sie benützen Autos, Schusswaffen, Messer und Sprengstoffgürtel, um unsere zu destabilisieren.

Die Lösung, so vielschichtig sie auch sein wird müssen, kann sicher nicht den Einsatz von ähnlich rücksichtsloser Gewalt durch uns beinhalten, mehr „Intervention“ im Mittleren Osten, oder mehr Losgehen gegen Moslems. Sie wird erfordern, dass wir einen Schritt zurücktreten und darüber nachdenken, wie und warum auch wir süchtig sind nach diesem Tanz des Todes.

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