Steuerfinanzierte Islamisten

Von Karin Leukefeld

Großbritannien hat die finanzielle Hilfe für den Aufbau einer »Freien Syrischen Polizei« (FSP) in den von bewaffneten Gruppen kontrollierten Gebieten im Norden Syriens gestoppt. Eine Reportage der BBC hatte aufgedeckt, dass Geld an Kampfgruppen wie die Fatah-Al-Sham- bzw. Nusra-Front und Nur Al-Din Al-Zinki weitergeleitet worden war.Großbritannien, Deutschland und andere Staaten finanzierten »Freie Syrische Polizei«. Das Geld wandert in Taschen von Islamisten

Der Bericht war am 4. Dezember unter dem Titel »Dschihadisten, die Sie bezahlen« ausgestrahlt worden. Gezeigt wurde unter anderem ein leerstehender Gebäudekomplex in Koknaya in der Provinz Idlib, der eigentlich die Basis von 57 »Polizisten« sein sollte. Die 57 Personen standen auch auf der Gehaltsliste, waren aber nirgends aufzufinden. Dokumente bewiesen, dass Polizisten im Umland von Aleppo gezwungen wurden, erhaltene Gelder an die Terroristen von Nur Al-Din Al-Zinki zu übergeben, die die Region kontrollieren. Weiterhin wurde berichtet, dass Tote und nicht existierende Personen auf der Gehaltsliste standen und dass die Al-Nusra-Front für mindestens zwei Polizeistationen in der Provinz Idlib das Personal ausgesucht hatte. Die von Großbritannien und fünf anderen Staaten unterstützte »Freie Syrische Polizei« hat dem BBC-Bericht zufolge auch mit sogenannten Scharia-Gerichten der Dschihadisten in Idlib und im Umland von Aleppo kooperiert, denen Folter und Massenhinrichtungen vorgeworfen werden. Angehörige der FSP sollen zudem bei einer Steinigung von zwei Frauen bei Sarmin eine Straße abgeriegelt haben, damit diese vollzogen werden konnte. In Großbritannien werden staatlich finanzierte »humanitäre Hilfsprojekte« in Ausschreibungsverfahren an Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen vergeben. Diese erhalten staatliche Mittel – von Bürgern bezahlte Steuern – und setzen mit lokalen Partnern die Projekte in den jeweiligen Gebieten um. Verantwortlich für das FSP-Projekt war das britische Unternehmen Adam Smith International (ASI), Die Firma operiert von Gaziantep aus, einer türkischen Stadt nahe der Grenze zu Syrien .

( junge Welt )

 

 

 

 

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