Macron wirft Erdogan Wortbruch vor

Damit Libyen nicht wie Syrien im Bürgerkrieg versinkt, beschließen zwölf Länder in Berlin ein Waffenembargo.

Der französische Präsident Macron beschuldigt nun die Türkei, Milizen nach Tripolis zu schleusen. Der türkische Präsident Erdogan zeigt auf Frankreich als den Hauptverantwortlichen.

Zehn Tage nach der Berliner Libyen-Konferenz hat der französische Präsident Emmanuel Macron den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan scharf kritisiert: Erdogan halte seine Zusage nicht ein, sich aus dem nordafrikanischen Krisenstaat herauszuhalten, sagte Macron in Paris.

Dies sei ein „eindeutiger Verstoß“ gegen seine Ankündigungen in Berlin. Ankara reagierte am Abend mit einem Gegenvorwurf: Frankreich sei der „Hauptverantwortliche für die Probleme in Libyen seit dem Beginn der Krise 2011“, erklärte das Außenministerium in Ankara.

Macron sagte nach einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis in Paris: „Wir haben in den vergangenen Tagen türkische Schiffe gesehen, die syrische Milizen nach Libyen begleitet haben.

“ Das bedrohe „die Sicherheit aller Europäer und der Bewohner der Sahelzone“, betonte Macron. Der Regierung in Ankara wird vorgeworfen, zur Unterstützung der libyschen Einheitsregierung unter Ministerpräsident Fajes al-Sarradsch Hunderte syrische Kämpfer nach Tripolis entsandt zu haben.

Bei der Berliner Libyen-Konferenz am vergangenen Sonntag hatten sich die zwölf Teilnehmerstaaten zu einer Einhaltung und stärkeren Kontrolle des Waffenembargos für das nordafrikanische Krisenland verpflichtet.

Zudem gaben sie das Ziel an, aus der derzeitigen Waffenruhe einen dauerhaften Waffenstillstand zu machen.

(ntv-de)

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